© Gäubodenmuseum Straubing / Fotowerbung Bernhard
Pepper’s Ghost
Geschichte magisch erleben im Gäubodenmuseum Straubing

Wie von Geisterhand: Mit Hilfe eines altbekannten Theatertricks erwachen im Gäubodenmuseum Straubing historische Inhalte neu zum Leben. Seit September 2018 ist die „magische“ Installation im Museum zu besichtigen.

Hintergrund: Die neue Dauerabteilung „Baiern gefunden!“ des Gäubodenmuseums Straubing lädt die BesucherInnen zu einer Reise zurück zu den Wurzeln Bayerns ein. Die bisher bestehenden Ausstellungsabschnitte wurden um die frühe Geschichte Straubings von der Spätantike bis zur Gründung der Altstadt im Jahre 1218 ergänzt. Am Beispiel der Gräbervielfalt unter dem Boden Straubings sowie seiner Altstadt lässt sich nachvollziehen, wie sich die Stadt im Laufe der Zeit entwickelt hat, und bayerische Geschichte hautnah erleben.

© Gäubodenmuseum Straubing / Fotowerbung Bernhard

Das Besondere: Zum Vermittlungsprogramm gehören nicht nur vielfältige interaktive Medien, sondern als besonderes Highlight auch der Theatertrick „Pepper’s Ghost“. Dieser wird eingesetzt, um die Grabungs- und Baubefunde auf dem Kirchhügel von St. Peter darzustellen, anhand derer man große Teile der Straubinger Geschichte vollständig nachvollziehen konnte. Durch „Pepper’s Ghost“ erscheinen vor den Augen des Betrachtenden dreidimensionale, durchsichtige Objekte, deren Quelle jedoch nicht ausmachbar ist. Der einfache Trick zaubert nicht nur faszinierende Illusionen im Museum, sondern hilft auch dabei, komplexe historische Horizonte und Funde visuell abzubilden und verständlich zu machen.

Rechts zaubert „Pepper’s Ghost“ eine Illusion ins Blickfeld. © Gäubodenmuseum Straubing / Fotowerbung Bernhard

Und so funktioniert es: Der hervorgerufene Effekt ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt und wurde nach einem Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts benannt. Hinter der Illusion verbirgt sich eine gewöhnliche 2-D-Darstellung auf einem Monitor, die mittels schräg gestelltem Flachglas und besonderer Beleuchtung in das Sichtfeld des Betrachters reflektiert wird und so eine optische Täuschung hervorruft. In der Ausstellung erscheinen so bewegte Rekonstruktionen der Bauten aus unterschiedlichen Epochen, die sich einst auf dem Hügel von St. Peter befanden, auf der Scheibe und verschwinden wieder. Daneben sind auf einem Monitor die realen Sachverhalte zu sehen, während durch den Pepper’s-Ghost-Effekt die vielschichtigen Befunde visuell ansprechend inszeniert werden.

Zahlreiche interaktive Medien binden den Besucher ein. © Gäubodenmuseum Straubing / Fotowerbung Bernhard

Fazit: Als Vorreiter im Bereich der innovativen Vermittlungstechnologie zeigt das Gäubodenmuseum, wie sich breite Schichten der Bevölkerung für kulturelle Inhalte begeistern lassen. Durch eine Zusammenarbeit mit der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern soll das neu hinzugewonnene technische Knowhow auch weiteren Museen helfen, komplizierte Inhalte entsprechend aufzubereiten. „Bereits der Namensgeber des Pepper’s-Ghost-Effekts, John Henry Pepper, wusste, dass sich komplexe Themen durch die sinnvolle Verknüpfung mit Entertainment am besten vermitteln lassen“, so Dr. Ingo Krüger, Geschäftsführender Vorstand der Bayerischen Sparkassenstiftung. „Der einfache Trick fasziniert die Besucher und motiviert so, sich mit den musealen Inhalten auseinanderzusetzen.“

 

Projektdaten
Partner: Gäubodenmuseum und Stadt Straubing, Sparkasse Niederbayern-Mitte