© BRK PEQ
WHIN – Weidener Herzinfarkt Netzwerk
Wenn in einem Leben plötzlich wirklich jede Minute zählt.

Hin­ter­grund: Tritt ein Herz­in­farkt auf, beginnt ein Wett­lauf mit der Zeit. Doch ins­be­son­dere in länd­li­chen Regio­nen wie der Ober­pfalz ist der Zeit­raum zwi­schen der Ankunft des Not­arz­tes und der Ein­lei­tung einer Ope­ra­tion häu­fig zu lang.

Das Beson­dere: Unter dem Motto „In der Region für die Region“ wur­den regio­nal opti­mierte Ver­sor­gungs­struk­tu­ren mit dem Wei­de­ner Herz­in­farkt­netz unter­stützt bzw. eta­bliert. Die Not­ärzte vor Ort kön­nen die Pati­en­ten­da­ten mit­hilfe eines Zwölf-Kanal-EKGs per UMTS umge­hend an die Inten­siv­sta­tion des Kli­ni­kums Wei­den über­mit­teln.

So funk­tio­niert es: Wird das Ret­tungs­zen­trum infor­miert, schickt es einen Not­arzt zum Pati­en­ten. Der Not­arzt unter­sucht den Herz­ka­the­ter des Pati­en­ten mit einem so genann­ten Life­pack. Die­ses Life­pack sen­det die EKG-Ergeb­nisse tele­me­trisch an die Kardiologie/Intensivstation am Inter­ven­ti­ons­zen­trum des Kli­ni­kums Wei­den. Die erfolg­rei­che Über­mitt­lung wird dar­auf­hin signal­tech­nisch bestä­tigt. Gleich­zei­tig wer­den die Ergeb­nisse tele­me­trisch auf das Smart­phone des dienst­ha­ben­den kar­dio­lo­gi­schen Ober­arz­tes über­mit­telt, der zeit­gleich das EKG ana­ly­sie­ren und eine Ent­schei­dung über die wei­tere Behand­lung tref­fen kann. Nach tele­fo­ni­schem Rück­kon­takt mit dem Not­arzt kann er dann gege­be­nen­falls die Ent­schei­dung zur Not­fall-Herz­ka­the­ter­un­ter­su­chung fäl­len. Diese führt zu einer direk­ten Alar­mie­rung der Herz­ka­the­terbe­reit­schaft. Alle über­mit­tel­ten EKG wer­den an einem Zen­tral­ser­ver gespei­chert und zusam­men mit den vor­ge­ge­be­nen Stan­dardab­läu­fen ana­ly­siert.

Fazit: Das Wei­de­ner Herz­In­farkt­netz zeigt mus­ter­gül­tig die opti­mierte Koope­ra­tion der pri­mär­ver­sor­gen­den Not­ärzte, des pri­mär­ver­sor­gen­den Inter­ven­ti­ons­zen­trums bis hin zur uni­ver­si­tä­ren Ver­sor­gung eines Herz­in­farkt­pa­ti­en­ten auf. Zuerst nach drei, spä­ter erneut nach 12 Mona­ten wer­den die Pati­en­ten anhand eines Ver­laufs­bo­gens ree­va­lu­iert. Das Wei­de­ner Herz­in­farkt­netz ist einer der Gründe, wes­halb in der Stadt Wei­den und im Land­kreis Neustadt/Weiden in den letz­ten Jah­ren die Anzahl der Herz­in­farkt­to­ten von 140 auf 115 sank.

Die Baye­ri­sche Spar­kas­sen­stif­tung führte gemein­sam mit der Spar­kasse Ober­pfalz Nord sowie den Ver­ei­nig­ten Spar­kas­sen Eschen­bach, Neu­stadt a.d. Wald­naab und Vohen­strauß das Pro­jekt durch. Sie trug Mit­tel zur Gerä­teaus­stat­tung, wie Life­pack und Modem, bei.

Projektdaten
Partner: Sparkasse Oberpfalz Nord, Vereinigte Sparkassen Eschenbach i.d. OPf. Neustadt a.d. Waldnaab Vohenstrauß, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, Deutsche Herzstiftung