Vermittlung im Museum – Kulturspeicher Würzburg
Ein Förderpreis, der die Umsetzung innovativer Vermittlungskonzepte ermöglicht.

Hintergrund: Die Vermittlung von kulturellen Inhalten ist ein zentrales Anliegen zeitgemäßer und zielgruppenorientierter Museumsarbeit. Deshalb lobte die Bayerische Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Landesstelle für die nicht-staatlichen Museen in Bayern im Jahr 2015 erstmals den Förderpreis „Vermittlung im Museum“ aus. Die Resonanz war mit rund 40 eingereichten Ideen auf Anhieb groß. Das Engagement der bayerischen Sammlungen und Ausstellungshäuser, neue Wege der Vermittlung zu gehen, ist hoch und durch den Förderpreis erhielten drei der Bewerber die Chance ihre kreativen Vorschläge in die Tat umzusetzen.

Kulturspeicher

Der Preisträger: Das Museum im Kulturspeicher Würzburg erhielt ebenso wie die Kunsthalle Schweinfurt den zweiten Platz des Vermittlungspreises. Über die Sammlungen und Ausstellungen hinaus, bietet das Museum im Kulturspeicher diverse Kulturvermittlungsangebote für Kinder als auch Erwachsene an. Mit Hilfe des Förderpreises konnte nun ein ganz besonderes Projekt durchgeführt werden. 

Das Projekt: Hinter dem Titel „Sinnbilder – Kunst mit allen Sinnen“ verbirgt sich ein zweiteiliges Projekt, welches zusammen mit Schülern der Graf-zu-Bentheim-Schule der Blindeninstitutsstiftung Würzburg umgesetzt wurde. Zugrunde liegen Fragen wie: Wie fühlt sich Kunst an? Wie riecht ein Kunstwerk? Wie erleben wir ein Bild, wenn wir es nicht sehen?

Im ersten Teil des Projektes erarbeiteten 12 Schülerinnen und Schüler der Graf-zu-Bentheim-Schule der Blindeninstitutsstiftung Würzburg zusammen mit den Museumspädagogen des Kulturspeichers eine ganz besondere Führung für Grundschulkinder. Diese sahen die Bilder zunächst nicht, sondern wurden über das Hören, Tasten, Schmecken und Riechen an die Kunstwerke herangeführt. Von Tastbildern bis Klängen nutzen die Schüler alle Mittel, sich der Kunst einmal nicht über die Augen, sondern mit anderen Sinnen zu nähren.

Tasten im Ausstellungsraum 8.12.

In einem zweiten Teil wurden „Sinneswürfel“ entworfen, die in den Ausstellungsräumen ihren Platz finden werden. Die sogenannten Hands-on-Stationen ermöglichen dann auch jedem anderen Besucher, die Kunstwerke mit anderen Sinnen wie Tast-, Geruchs- oder Gehörsinn zu erfahren.

Fazit: Mit diesen inklusiven Erlebnisfeldern werden alle Besucher des Museums gleichermaßen angesprochen. Alle können die Kunstwerke auf unterschiedlichen Sinneskanälen wahrnehmen. Im Fokus steht eine inklusive Vermittlung von Kunst für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Das Museum im Kulturspeicher Würzburg bildet so einen Meilenstein zur inklusiven Kulturvermittlung!

Projektdaten
Partner: Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, Sparkasse Mainfranken Würzburg, Museum im Kulturspeicher Würzburg