© Kerstin Spielvogel
STENO
Ein telemedizinisches Notfall-Netzwerk für Schlaganfallpatienten hilft auch Menschen, die im ländlichen Raum leben.

Hin­ter­grund: Ein Schlag­an­fall ist ein aku­ter Not­fall, in dem der Fak­tor Zeit eine ent­schei­dende Rolle spielt. Je schnel­ler ein Pati­ent medi­zi­nisch ver­sorgt wird, desto erfolg­rei­cher kann er behan­delt wer­den. Doch ins­be­son­dere in länd­li­chen Gegen­den Bay­erns ist eine schnelle Not­fall­ver­sor­gung nicht immer sicher­ge­stellt.

Das Beson­dere: Das Netz­werk STENO wurde ins Leben geru­fen. STENO steht für Schlag­an­fall­netz­werk mit Tele­me­di­zin in Nord­bay­ern. Seit 2008 besteht es aus mitt­ler­weile drei über­re­gio­na­len Schlag­an­fall-Bera­tungs­zen­tren, die eng mit 18 Kli­ni­ken aus  Mit­tel-, Ober- und Unter­fran­ken sowie der Ober­pfalz und Thü­rin­gen  zusam­men­ar­bei­ten. Die Bera­tungs­zen­tren befin­den sich am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Erlan­gen, am Kli­ni­kum Nürn­berg und am Kli­ni­kum Bay­reuth.

So funk­tio­niert es: Die Kli­ni­ken aus dem Netz­werk haben die Mög­lich­keit, rund um die Uhr mit den Bera­tungs­zen­tren tele­me­di­zi­ni­sche Kon­sile abzu­hal­ten. Hierzu wer­den Daten und Bil­der der Schlag­an­fall-Pati­en­ten in Echt­zeit per Video in eines der Zen­tren über­tra­gen und dort von einem Spe­zia­lis­ten inter­pre­tiert. Im fach­li­chen Aus­tausch per Video­kon­fe­renz wer­den anschlie­ßend die wei­te­ren Behand­lungs­schritte fest­ge­legt. Tele­me­di­zi­ni­sche Kon­sile wer­den ins­be­son­dere dann abge­hal­ten, wenn es um die Ent­schei­dung geht, ob ein Pati­ent auf­grund der Schwere sei­ner Erkran­kung nach Nürn­berg oder Erlan­gen ver­legt wer­den muss. Dies ist dann der Fall, wenn eine Behand­lung durch einen Neu­ro­chir­ur­gen oder Neu­ro­ra­dio­lo­gen erfor­der­lich ist, denn diese Fach­rich­tun­gen sind am Kli­ni­kum Fürth nicht ver­tre­ten.

Fazit: .„Wir konn­ten dadurch die Ver­sor­gung von Pati­en­ten mit beson­ders schwe­ren Schlag­an­fäl­len deut­lich ver­bes­sern“, so Prof. Dr. med. Chris­tian Mai­höf­ner, Chef­arzt der Neu­ro­lo­gi­schen Kli­nik am Kli­ni­kum Fürth. Denn neben den Tele­me­di­zi­ni­schen Kon­sul­ta­tio­nen bil­den ein­heit­li­che Qua­li­täts­stan­dards und der Wis­sens­trans­fer wei­tere Kern­ele­mente des Netz­werk­kon­zep­tes. Alle Kli­ni­ken des Netz­wer­kes arbei­ten nach ein­heit­li­chen Stan­dards für Dia­gnos­tik und The­ra­pie des Schlag­an­falls. Zudem fin­den regel­mä­ßig Schu­lun­gen und Fort­bil­dun­gen statt, um einen Erfah­rungs­aus­tausch zu ermög­li­chen und einen kon­ti­nu­ier­li­chen Wis­sens­fluss sicher­zu­stel­len.

Projektdaten
Partner: Zwölf Sparkassen aus der Oberpfalz, Oberfranken und Mittelfranken, Uniklinikum Erlangen und kooperierende Kliniken