Regensburger Dom
Eine spektakuläre Ausstellungsarchitektur, die Zeichen gesetzt und mehr als 140.000 Menschen in ihren Bann gezogen hat.

Hintergrund: Die Bayerische Landesausstellung 2014 stellte den König und Kaiser Ludwig den Bayern anlässlich seines 700-sten Thronjubiläums in den Mittelpunkt der Schau, die vom 16. Mai bis zum 2. November 2014 in Regenburg gezeigt wurde. Diese Schau fand an Originalschauplätzen aus jener Zeit statt. Im Mittelpunkt standen Erzählungen mittelalterlicher Geschichte ­– allerdings auf ganz ungewöhnliche Weise.

Der Ausstellungsgestalter begutachtet eines der Gestaltungselemente in der Pfalzkapelle St. Ulrich. © Uwe Moosburger (altrofoto)

Der Ausstellungsgestalter begutachtet eines der Gestaltungselemente in der Pfalzkapelle St. Ulrich. © Uwe Moosburger (altrofoto)

Das Besondere: Mit Hilfe modernster Ausstellungstechnik gelang es den Machern, den Multivisionsfilm „Regensburg und seine Kathedrale“ in der frühgotischen Kirche St. Ulrich (neben dem Regensburger Dom) zu zeigen. Dieser Film gilt als Prototyp einer herausragenden ausstellungstechnischen Innovation. Die gemeinsame Geschichte Kaiser Ludwigs des Bayern und der Reichsstadt Regensburg im 14. Jahrhundert wird lebendig, abwechslungsreich und vergnüglich dargestellt.

Und so funktioniert es: Nach der Idee des Hauses der Bayerischen Geschichte und des Ausstellungsgestalters Friedrich Pürstinger hat der Salzburger Regisseur Stefan Aglassinger (mediacreation GmbH) mehrere Komponenten zusammengeführt:
– 3D-Computerrekonstruktionen der Bauphasen des Doms, die unter fachwissenschaftlicher Aufsicht zusammengestellt wurden (Erstellung: Archimedix GbR, Ober-Ramstadt).
– Realfilm mit Aufnahmen von Dom und Stadt heute (teilweise mit Drohnenkameras gefilmt) nach dem Drehbuch des Kabarettisten und BR-Moderators Christoph Süß. Er übernahm als Schauspieler auch die Rolle des Moderators und seiner nicht weniger als sechs Gesprächspartner“ im Film.
– Neu komponierte und eigens auf den Filmablauf abgestimmte Musik und Atmosphärenklänge des renommierten Regensburger Komponisten und Jazz-Musikers Heinz Grobmeier.
– Alles zusammengefasst mit einer völlig neuartigen Projektionstechnik: Projektion auf drei Flächen (Tryptichon) im Chor der Kirche und einer zusätzlichen „unsichtbaren“ schräggestellten Ebene nach der „Musion ® – Eyeliner“-Technik. Die auf diese Ebene projizierten Bilder erschienen für die Besucher als Holografie, ohne dass 3D-Brillen benutzt werden mussten (Umsetzung: rent4event GmbH, Schwetzingen).
– Ein dynamisches Beleuchtungskonzept innerhalb der komplett verdunkelten Kirche trug zur gelungenen Inszenierung bei.

Fazit: Insgesamt ergab sich innerhalb des neu erlebbaren Kirchenraums ein einmaliges, multimediales Erlebnis und ein mit sympathischem Hintersinn präsentiertes, filmisches Gesamtkunstwerk. Es war fest mit dem Raum und den lichttechnisch einbezogenen, dort präsentierten Exponaten verbunden. Denn der Film setzte sich in seinen 2D- und 3D-Komponenten bei jeder Projektion neu zusammen, ähnlich wie eine Theaterproduktion. Nach Ende der Ausstellung ließen sich die Elemente neu konfigurieren und stehen für das Museum der Bayerischen Geschichte als auch für das Regensburger Diözesanmuseum bereit.

Projektdaten
Partner: Sparkasse Regensburg und weitere Oberpfälzer Sparkassen, Haus der Bayerischen Geschichte
Internet: http://hdbg.de