Titelbild: Jugendliche bei "mobil im museum" im Römischen Museum Augsburg
mobil im museum
Vom Smartphone in den digitalen Bilderrahmen

Was passiert, wenn man Jugendliche mit Tablets und Smartphones bewaffnet ins Museum schickt? Bei „mobil im museum“: Viel Kreativität.

Hintergrund: Das Smartphone – aus den Händen von Jugendlichen ist es inzwischen nicht mehr wegzudenken. Wenn man sich damit ins Museum begibt, lässt sich damit wesentlich mehr als Fotos machen. Richtig eingesetzt entstehen neue Kunstwerke: Mit diesem Ansatz lädt „mobil im museum“ Schüler dazu ein, ihre regionalen Museen zu erkunden und die Ausstellungsinhalte filmisch zu verarbeiten.

Im Stadtmuseum Amberg machten die Jugendlichen eine Reise in die Vergangenheit. Foto: Stadt Amberg

Das Besondere: Die Jugendlichen setzen sich durch ihre „Mission“ im Museum auf eine neue Art und Weise mit den gezeigten Kulturgütern auseinander. So lernen sie nicht nur viel Neues, sondern können ihre Kreativität frei ausleben und dabei die ihnen bereits vertraute digitale Umgebung nutzen. Spielerisch erweitern sie dadurch ihre Kenntnisse in der Filmproduktion, meistern Schwierigkeiten gemeinsam und schaffen ihre eigenen Werke, auf die sie anschließend mächtig stolz sein dürfen. Auch die Museen profitieren von der Zusammenarbeit: Die Jugendlichen machen durch ihre Kurzfilme die Ausstellungsgegenstände ihrer eigenen Altersgruppe zugänglich und bringen Abwechslung in die bisherigen Formate.

Beim Dreh in der historischen Apotheke. Darf’s noch etwas sein? Foto: Stadt Amberg

 

So funktioniert es: Es werden insgesamt 14 Filmworkshops angeboten, für die sich alle nichtstaatlichen Museen in Bayern bewerben können. In den ausgewählten Museen werden von Medienpädagogen betreute Workshops durchgeführt, in denen die Jugendlichen ab 12 Jahren lernen, wie Erzähltechnik in Videos funktioniert. Während der dreitägigen Workshops produzieren die Gruppen kurze Clips, die anschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden und so auch andere Besucher begeistern. Nicht nur in der Produktion wird mit sämtlichen digitalen Mitteln gearbeitet: Auch die Bilderrahmen, in denen die Ergebnisse im Museum ausgestellt werden, sind – selbstverständlich – digital.

In Schwabach machten sich die Schüler Gedanken über ihren Weg in die Schule und filmten dessen Besonderheiten.

Fazit: Jugendliche für Museen zu begeistern, funktioniert am besten über Interaktivität. Das Projekt spornt nicht nur zur Auseinandersetzung mit den heimatlichen Museumsinhalten an, sondern bietet auch Raum für Teamarbeit und das Erlernen von wertvollen digitalen Fähigkeiten. „mobil im museum“ vereint Kulturvermittlung mit zeitgemäßen Ausdrucksformen – so wird digital genial.

Zurück ins Stadtmuseum Amberg: Schmerzhafte Zahnarztbesuche, skurrile Klamotten, … Das Leben in der Vergangenheit war ganz anders als heute. Wie ein Apothekenbesuch damals ausgesehen haben könnte, sehen Sie hier:

Projektdaten
Partner: JFF Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, Bayerischer Jugendring, Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern