Screenshot aus der App
Migräne-Radar
Den Auslösern und Gründen einer Volkskrankheit auf der Spur.

Hintergrund: Massive Kopfschmerzen, Übelkeit, nicht selten verbunden mit Licht- und Geräuschempfindlichkeit: Das sind die Symptome von Migräne. Migräne ist eine Krankheit, an der ca. 10% der deutschen Bevölkerung leiden. Bei Frauen tritt sie dreimal so häufig auf wie bei Männern. Obwohl Migräne schon seit der Antike dokumentiert worden ist, konnten bis heute deren Ursachen nicht zweifelsfrei erforscht werden. Solange jedoch die Ursachen unbekannt sind, ist es schwierig, eine Therapie erfolgreich durchzuführen. Was löst diese anfallartigen Kopfschmerzen aus?

Das Besondere: Die Bayerische Sparkassenstiftung unterstützt im Bereich der Telemedizin eine neue Initiative der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof, um Licht ins Dunkel der Migräneforschung zu bringen. Wissenschaftler um Prof. Dr. Scheidt von  der Hochschule vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Migräneanfällen und speziellen Wetterlagen oder Wetterumschwüngen. In enger Zusammenarbeit mit der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein überlegten sie sich eine Vorgehensweise zur Untersuchung ihrer Vermutung. Die Projektverantwortlichen  sammeln die Daten und werten sie wissenschaftlich aus.

So funktioniert es: Damit sie möglichst viele Probanden in unterschiedlichen Regionen ansprechen können, wird das Internet als Hilfsinstrument verwendet. Freiwillige Migränepatienten können sich auf der Internetseite des Migräne-Radars registrieren. Via Web 2.0 Plattformen wie Twitter, über ausgefüllte Web-Formulare oder eine Smartphone App können sie die für die Studie notwendigen Daten an die Hochschule weitergeben. Sie senden beim Auftreten eines Migränefalls ihren Standort und die Stärke der Schmerzen. In Hof kann durch den Abgleich des Aufenthaltsortes mit den Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes eine mögliche Korrelation zwischen der Wetterveränderung und dem Auftreten von Migräne festgestellt werden. Für den Fall, dass sich eine solche Wechselbeziehung nachweisen lässt, planen die Wissenschaftler, in Zukunft eine Vorhersagekarte zu erstellen. Ähnlich einer Wetterkarte warnt sie Patienten regional vor einem möglichen Auftreten eines Migränefalls.

Fazit: Die Ergebnisse des Projektes werden auf verschiedene Arten den Teilnehmern und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Alle Teilnehmer können individuelle, vergleichende, detaillierte Auswertungen aus der Web-Anwendung heraus abrufen. Pressemitteilungen informieren regelmäßig über den Projektfortschritt und über die Projektergebnisse. Veröffentlicht wird überwiegend in medizinischen Fachmagazinen, welche behandelnden Ärzten zur Verfügung stehen. So können die Ärzte aufgrund neuester Forschungsergebnisse zur Verbesserung in der Beratung und Behandlung von Schmerzpatienten beitragen.

Projektdaten
Partner: Hochschule Hof, Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein, Universität Rostock, Sparkasse Hochfranken