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MainLimes – App
Faszinierendes Weltkulturerbe digital und mobil entdecken.

Hin­ter­grund: Seit 2005 gehört der Ober­ger­ma­nisch-Rae­ti­sche Limes in Deutsch­land zusam­men mit dem Hadri­ans­wall in Nord­eng­land und dem Anto­ni­nus­wall in Schott­land zum trans­na­tio­na­len seri­el­len UNESCO-Welt­erbe „Gren­zen des Römi­schen Rei­ches“. Auf­grund sei­ner mar­kan­ten Unsicht­bar­keit ist der baye­ri­sche Abschnitt des Ober­ger­ma­nisch-Rae­ti­schen Limes wohl eine der sper­rigs­ten Welt­erbe­stät­ten im Frei­staat: Die Reste die­ses mäch­ti­gen Grenz­walls lie­gen ver­bor­gen unter Äckern und Wäl­dern, oder sie sind von mit­tel­al­ter­li­chen Städ­ten über­baut. Da brauchte es eine beson­dere Idee, um die­ses Erbe wie­der sicht- und erleb­bar zu machen.

Das Beson­dere: Die Baye­ri­sche Spar­kas­sen­stif­tung initi­ierte eine moder­nen Ansprü­chen genü­gende, attrak­tive Ver­mitt­lung, die  archäo­lo­gi­sches Wis­sen ein­fach nach­voll­zieh­bar und ver­ständ­lich macht: die Smart­phone-App „Main Limes Mobil“. Sie wurde gemein­sam mit der Lan­des­stelle für die nicht­staat­li­chen Museen in Bay­ern ent­wi­ckelt und leis­tet einen wich­ti­gen Bei­trag für die Ver­mitt­lung des Wis­sens rund um das Welt­erbe Limes.

So funk­tio­niert es: Wäh­rend der GPS-geführ­ten Exkur­sion sind Stand­orte mit Film- und Audio­se­quen­zen sowie mit Kurz­tex­ten ver­knüpft und machen den Limes sicht- und erleb­bar. Besu­cher lau­schen zum Bei­spiel dem span­nen­den Aus­gra­bungs­be­richt des Ober­me­di­zi­nal­rats und Limes­for­schers Hein­rich Eidam aus dem 19. Jahr­hun­dert, oder ver­fol­gen die blu­ti­gen Gla­dia­to­ren­kämpfe und Tier­hat­zen in der Arena von Dam­bach. Das Smart­phone mel­det sich auto­ma­tisch, sobald sich der Besu­cher einer Sehens­wür­dig­keit aus der Römer­zeit nähert. Neben die­sen Hot­spots ent­lang des Grenz­walls wur­den auch im Museum Hot­spots gesetzt. Auf diese Weise ist die Ver­knüp­fung zwi­schen Boden­denk­mal und den im Museum befind­li­chen Fun­den mög­lich.

Fazit: Diese Tech­no­lo­gie wird inzwi­schen auch an ande­ren Gren­zen des UNESCO-Welt­erbes ein­ge­setzt. Die von der Stadt Gun­zen­hau­sen koor­di­nierte Zusam­men­ar­beit über Gemeinde- und Land­kreis­gren­zen der mit­tel­frän­ki­schen Limes­ge­mein­den hin­weg war eine unver­zicht­bare Grund­lage für ihre gelun­gene Rea­li­sie­rung. Dank der anspre­chen­den Auf­be­rei­tung eig­net sich die App auch für den Schul­un­ter­richt. „Limes Mit­tel­fran­ken Mobil“ schließt an die Ent­wick­lung der Smart­phone-App „Main­li­mes Mobil“ an, die seit Juli 2011 ver­füg­bar ist. Die App ist ein Pro­to­typ und kann jeder­zeit für wei­tere Inhalte adap­tiert wer­den. Seit der Ver­öf­fent­li­chung und der erwei­tern­den App „Limes Mit­tel­fran­ken Mobil“ folg­ten in Koope­ra­tion mit der Baye­ri­schen Spar­kas­sen­stif­tung schon zahl­rei­che Appli­ka­tio­nen von Insti­tu­tio­nen und Museen, bei­spiels­weise  zur Schlacht von Hohen­lin­den, dem Deut­schen Bur­gen­win­kel, dem Eger­land Museum oder dem Klos­ter Fürs­ten­feld. Mit der wohl neus­ten kul­tur­his­to­ri­schen App „Orte erin­nern“ des NS-Doku­men­ta­ti­ons­zen­trums in Mün­chen kann man auf den Stra­ßen Mün­chens den Spu­ren des Natio­nal­so­zia­lis­mus fol­gen. Auch in Zukunft wer­den Infor­ma­ti­ons­sys­teme auf der Basis von Main­li­mes Mobil pro­du­ziert.

Projektdaten
Partner: Vereinigte Sparkassen Stadt und Landkreis Ansbach, Vereinigte Sparkassen Gunzenhausen, Sparkasse Mittelfranken-Süd, Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern