© Manfred Schneider
Archaeopteryx – Der Urvogel
Eine multimediale Präsentation erweckt einen Urvogel zu neuem Leben.

Hin­ter­grund: Der Urvo­gel Archaeo­pte­ryx mit bis­lang zwölf Exem­pla­ren ist als ein­ge­tra­ge­nes natio­na­les Kul­tur­gut eine Iko­ne der palä­on­to­lo­gi­schen Muse­ums­land­schaft in Deutsch­land. Die Gemein­de Soln­ho­fen besitzt zwei Urvo­gel-Exem­pla­re. Seit der Neu­ge­stal­tung des Muse­ums wer­den dem Besu­cher die Lebens­wei­se und die Umwelt des Archaeo­pte­ryx mul­ti­me­dial ver­mit­telt.

Das Beson­de­re: Der Urvo­gel wur­de auf Basis der neu­es­ten natur­wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se als digi­ta­le 3D-Rekon­struk­ti­on her­ge­stellt und ist nun in der Lage, mit­tels Pro­jek­ti­on im Raum tat­säch­li­ch in rea­ler Grö­ße vor dem Besu­cher zu ste­hen. Eine der­ar­ti­ge Prä­sen­ta­ti­on exis­tier­te bis­her in natur­wis­sen­schaft­li­chen Muse­en nicht, es ist ein­zig­ar­tig in der deut­schen Muse­ums­land­schaft. Ziel aus muse­ums­fach­li­cher Sicht ist es, den Archaeo­pte­ryx nicht nur als hoch­ka­rä­ti­ges „totes Fos­sil“, son­dern als „mis­sing link“ der Evo­lu­ti­on in sei­ner welt­his­to­ri­schen Bedeu­tung erleb­bar zu machen. Denn die Archaeo­pte­ryx-Fos­si­li­en­fun­de tra­gen Merk­ma­le von Vögeln und Rep­ti­li­en und bestä­ti­gen Dar­wins Evo­lu­ti­ons­theo­rie, der zufol­ge es bei der Ent­wick­lung neu­er Arten zu Über­gangs­for­men mit Merk­ma­len der alten und der neu­en Art gibt.

© Manfred Schneider

 

 

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So funk­tio­niert es: Die Mul­ti­me­di­a­pro­jek­ti­on ist im Iko­nen­raum des Muse­ums Soln­ho­fen  posi­tio­niert. In den Raum wur­de eine Rekon­struk­ti­on eines Archaeo­pte­ryx im Maß­stab 2:1 an fast unsicht­ba­ren Nylon­fä­den auf­ge­hängt. Durch eine kunst­vol­le Licht­set­zung scheint der Urvo­gel im Raum zu schwe­ben. Her­ge­stellt wur­de die Skulp­tur im 3D-Druck­ver­fah­ren. Die Skulp­tur wird umringt von zwei groß­flä­chi­gen Moni­to­ren, die an Rin­gen im Decken- und Boden­be­reich ver­schieb­bar sind. Auf den Moni­to­ren über­la­gert eine „Aug­men­ted Reality“-Software das rea­le Modell. Die Dar­stel­lung des Archaeo­pte­ryx-Ske­letts kann mit­tels Wisch­tech­nik auf dem Smart­pho­ne oder Tablet zu einer Dar­stel­lung des Feder­klei­des umge­schal­tet wer­den. In glei­cher Wei­se kehrt man immer wie­der zum Aus­gangs­punkt zurück. Hot­spots, die auf Beson­der­hei­ten des Ske­letts und des Feder­klei­des hin­wei­sen, wer­den über die Touch­funk­ti­on ange­tippt. Es erschei­nen kur­ze Text­in­for­ma­tio­nen als Pop-Ups. Mit­tels Wisch­tech­nik ist der Betrach­ter auch in der Lage, über meh­re­re „Hal­te­stel­len“ bis zu 300 Miol­lio­nen Jah­re in der Evo­lu­ti­ons­ge­schich­te zurück­zu­ge­hen. Spe­zi­ell wird in die­ser Dar­stel­lung auf die Bedeu­tung des Soln­ho­fe­ner Archi­pes  hin­ge­wie­sen.

Fazit: Die lebens­gro­ße Rekon­struk­ti­on ver­setzt alle Besu­cher in Erstau­nen. Sie erle­ben mit viel Spaß, wie moder­ne Tech­nik die­ses „Revi­val“ mög­li­ch macht.

Projektdaten
Partner: Sparkassenstiftung – gemeinnützige Stiftung der Vereinigten Sparkassen Weißenburg in Bayern, Gemeinde Solnhofen, Museum Solnhofen